Pyrocumulonimbus (PyroCb) entwickelte sich über intensiven Waldbränden in Frankreich: Große Medienresonanz zur Forschung des LSC BioSmoke
Inmitten der diesjährigen Waldbrand-Saison in Südeuropa hat sich am 25. Juli 2026 über sehr intensiven Waldbränden im Südwesten Frankreichs, in der Nähe von Bordeaux, mutmaßlich der erste Pyrocumulo-nimbus (PyroCb), eine feuerinduzierte Gewitterwolke, umgangssprachlich auch Feuergewitter genannt, entwickelt. Bisher wurden PyroCbs in Europa nur über der iberischen Halbinsel, z.B. 2017 in Portugal beobachtet, während sie in Australien, Nordamerika und Sibirien in den vergangenen Jahren bereits häufiger auftraten und dafür bekannt sind große Mengen an Rauchaerosol bis in die Stratosphäre in ca. 10-12 km Höhe einzutragen, wo er längere Zeit verbleiben und global das Klima beeinflussen kann. Um diesen Prozess besser zu verstehen, werden die Entstehungsbedingungen von PyroCbs im Rahmen des LSC BioSmoke mittels Modellsimulationen von Jason Müller, einem Doktoranden am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in der Abteilung ‚Modellierung atmosphärischer Prozesse‘, näher untersucht.
Aufgrund der besorgniserregenden Entwicklungen der diesjährigen Feuersaison in Südeuropa und dem mutmaßlich erstmals in Frankreich beobachteten Auftreten eines PyroCbs, entstand Ende Juli großes Medieninteresse an diesem Thema, welches von Forschenden des LSC BioSmoke am TROPOS bedient werden konnte. Insbesondere Jason Müller wurde von verschiedenen Medienvertretern zum Thema der Feuergewitter kontaktiert. Den Auftakt bildete ein Gespräch mit der Deutschen Presseagentur (dpa), welche anschließend eine Pressemeldung herausgaben, die von vielen deutschsprachigen Medien in Deutschland, Österreich und Luxemburg aufgriffen wurde, so zum Beispiel vom Tagesspiegel, der Süddeutschen Zeitung, Focus und dem Handelsblatt. Anschließend gab Jason Müller ein ausführliches Interview zum Thema, welches am 30. Juli in der Wissenschaftsplattform Spektrum der Wissenschaft erschien.
Weitere Anfragen erreichten das TROPOS von öffentlich-rechtlichen Medien wie der Tagesschau sowie dem ‚Science Media Center Germany‘ (SMC) und vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Für diese Anfragen, die sich auch allgemeiner mit der Rolle von Waldbränden und dem von ihnen emittierten Rauch inklusive der Auswirkungen auf die Atmosphäre und das Klimasystem beschäftigten, standen unter anderen die ebenfalls im LSC BioSmoke forschenden Wissenschaftler:innen Benedikt Gast, Dr. Yarê Baker und Dr. Robert Wagner zur Verfügung. Sie ordneten die Ausbreitung von Waldbrandrauch, dessen Wechselwirkungen mit Atmosphäre und Klima sowie aktuelle Forschungsschwerpunkte wissenschaftlich ein. Diese Statements wurden ebenfalls bereits von zahlreichen Medien wie dem MDR aufgegriffen. Zudem konnten Anfang August mit dem im Rahmen des LSC BioSmoke entwickelten Fluoreszenz-Lidars der Fernerkundungsabteilung des TROPOS Rauchschichten in Höhen von 7-10 km Höhe über Leipzig identifiziert werden, welche vermutlich ihren Ursprung über der französischen Waldbrandregion hatten und darauf hindeuten, dass eine PyroCb-Entwicklung für den Eintrag des Rauchs in höhere Atmosphärenschichten verantwortlich war. Hierzu wurde am 4. August auch eine Pressemitteilung vom TROPOS herausgegeben, in der auch Forschende des LSC BioSmoke zu Wort kommen. Auch diese wurde bereits von zahlreichen Medienportalen wie zeit online, Freie Presse, LVZ, stern und sogar vereinzelt von internationalen Medien aufgegriffen.
Als es Mitte August 2026, nach einem heißen und sehr trockenen Sommer, auch in Mitteleuropa verstärkt zu Wald- und Vegetationsbränden kam, unter anderem im Hohen Venn in Belgien nahe der deutschen Grenze, und der dabei entstehende Rauch auch in westdeutschen Städten deutlich wahrnehmbar war und die Luftqualität hier negativ beeinflusste, wurde die Forschung des LSC BioSmoke erneut in den Medien aufgegriffen. Diesmal zielte das Interesse hauptsächlich auf die Ausbreitung und den gesundheitliche Auswirkungen von Waldbrandrauch. Hierzu konnte Dr. Yarê Baker aus der Abteilung "Chemie der Atmosphäre" Auskunft geben, welche mittels Laborexperimenten unter anderem die chemische Zusammensetzung von Rauchaerosolen untersucht. Ihre Ausführungen können in der Süddeutschen Zeitung nachgelesen werden oder im WDR-Podcast "Quarks - Wissenschaft und mehr" (Folge vom 20.08.2026, Minuten 48:00-56:00) nachgehört werden.
Die außergewöhnlich heftigen Waldbrände in Europa im Sommer 2026 haben erneut gezeigt, wie wichtig die bessere Erforschung von Waldbränden und deren Folgen für Atmosphäre, Biosphäre und Klima ist. Zudem zeigt das große Medieninteresse den Bedarf für eine wissenschaftliche Einordnung der komplexen Zusammenhänge auf. Der LSC BioSmoke konnte hierbei im Rahmen zahlreicher Presseanfragen und Interviews seine gebündelte Expertise unter Beweis stellen und die Aktualität und Dringlichkeit seiner Forschung aufzeigen. Infolge der globalen Erwärmung ist auch künftig mit einer weiteren Zunahme der Waldbrandgefahr in Europa zu rechnen. Damit rücken auch die Auswirkungen von Rauch und anderen Waldbrandemissionen auf Atmosphäre, Klima und regionale Luftqualität immer stärker in den Fokus. Der LSC BioSmoke fungiert somit als Kompetenzzentrum für genau dieses Thema und leistet einen wichtigen Beitrag, um die zugrunde liegenden Prozesse besser zu verstehen und wissenschaftliche Grundlagen für den Umgang mit künftigen Extremereignissen zu schaffen.
Neue Ausgabe des BioSmoke-Newsletters verfügbar
Die zweite Ausgabe des BioSmoke-Newsletters ist Ende Juni 2026 erschienen und kann in englischer Sprache hier (7.2 MB) als PDF heruntergeladen werden. Diese Ausgabe enthält unter anderen einen Rückblick auf die erste Ausgabe des "Smoky Days 2026", Informationen zu den aktuellen Forschungsaktivitäten, Veranstaltungen und weiteren Entwicklungen im LSC BioSmoke.
Mini-Hackathon am TROPOS
Im Vorfeld des jährlichen HAMMOZ-Anwenderworkshops, der am 21./22. Mai 2026 am TROPOS stattfand, wurde als gemeinsame Aktivität des LSC BioSmoke und des EU-Horizon Projekts CleanCloud (Clouds and Climate Transitioning to a Post-Fossil Aerosol Regime) ein eintägiger Mini-Hackathon veranstaltet, an dem Teilnehmer:innen des TROPOS und des Leipziger Institut für Meteorologie teilnahmen. Im Mittelpunkt des Hackathons stand die Anwendung des kürzlich entwickelten regionalen Aerosolmodells ICON-HAMlite-LAM (Einzelheiten siehe Heinold et al., 2026; doi: 10.5194/gmd-19-6167-2026). Dazu gehörten das Testen und Verbessern bestehender Dokumentationen und Arbeitsabläufe, die Analyse und Vereinheitlichung der laufenden Softwareentwicklung sowie die Bewertung verschiedener Feueremissions-Datensätze für potenzielle zukünftige Anwendungen sowohl innerhalb als auch außerhalb des LSC BioSmoke.
Die Veranstaltung bot eine hervorragende Gelegenheit zum Wissenstransfer und zeichnete sich durch eine von intensiver Zusammenarbeit geprägte Atmosphäre und große Begeisterung aus. Dies trug dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Gruppen zu stärken und wichtige Grundlagen für zukünftige gemeinsame Entwicklungen zu schaffen.

Wissenschaftler des LSC BioSmoke auf der EGU 2026
Mehrere Mitglieder und assoziierte Wissenschaftler des LSC BioSmoke nahmen an der diesjährigen Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) teil, die mit mehreren tausend internationalen Forschenden vom 3. bis 8. Mai 2026 in Wien stattfand. Sie stellten hier ihre aktuellen Forschungsprojekte zu den verschiedenen Aspekten der Rauchforschung in Form von Postern und Vorträgen vor. Eine Auflistung dieser Beiträge ist im ausgewählten Programm (in englisch) einsehbar.
Johanna Roschke gewinnt Posterpreis bei der ACTRIS Science Conference
Johanna Roschke, Doktorantin in der Arbeitsgruppe von Heike Kalesse-Los am Leipziger Institut für Meteorologie, nahm im Zeitraum vom 23. bis 30. April 2026 zusammen mit anderen Wissenschaftler*innen des LSC BioSmoke an der ACTRIS Science Conference in Oslo teil. Dort präsentierte sie ihr Poster zu ihrem aktuellen Forschungsprojekt TRAILS (Trajectory-based Identification of Lofted Smoke). Dabei handelt es sich um einen neuen Ansatz zur kontinuierlichen Identifikation von Rauchschichten in unterschiedlichen Höhen während ihres atmosphärischen Transports, den sie im Rahmen ihrer Promotion innerhalb des LCS BioSmoke entwickelt hat. Ihr Poster stieß auf großes Interesse und wurde auf der Konferenz als bestes Poster unter den zahlreichen studentischen Beiträgen ausgezeichnet.
TRAILS kombiniert FLEXPART-Trajektorien mit passiven Satellitenbeobachtungen. Zur Validierung des Ansatzes wurden unabhängige Beobachtungen herangezogen, die ebenfalls im Rahmen des LSC BioSmoke mittels Fluoreszenzlidar durchgeführt wurden. Mit diesen konnten über weite Entfernungen aus Nordamerika nach Leipzig transportierte Rauchschichten aus Waldbränden identifiziert werden. Weitere Einzelheiten sind im Preprint von Roschke et al. (2026) auf EGUsphere zu finden: https://egusphere.copernicus.org/preprints/2026/egusphere-2026-718/.
Rückblick auf den Smoky Day 2026
Vom 30. März bis 1. April 2026 fand die erste Ausgabe des „Smoky Day“ statt - eine vom LSC BioSmoke organisierte Veranstaltung, in deren Rahmen das dritte Projektmeeting des LSC mit einem wissenschaftlichen Workshop kombiniert wurde, um den Austausch mit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft über den LSC hinaus zu stimulieren. Während des dreitägigen, interdisziplinären Workshops kamen mehr als 50 Forschende zusammen, um diverse Aspekte atmosphärischen Rauchs sowie weiterer durch Feuer emittierter Aerosolpartikel zu diskutieren. Insgesamt umfasste das Teilnehmerfeld Wissenschaftler*innen aus 15 verschiedenen Instituten und 9 Ländern, welche ihre neuesten Ergebnisse im Zusammenhang mit Rauch aus Vegetationsbränden im Rahmen von Vorträgen und Posterpräsentationen vorstellten. Die Bandbreite der Forschungsthemen reichte von verschiedenen Emissionsprozessen, chemischer Alterung, atmosphärischen Transport bis hin zu Wechselwirkungsprozessen mit Wolken und Strahlung. Die Arbeiten umfassten dabei sowohl Verbrennungsexperimente im Labor, Feldstudien sowie verschiedene Modellierungs- und Fernerkundungsarbeiten. Das detalierte Programm des ersten Smoky Days kann hier heruntergeladen werden.
Der erste Workshoptag begann mit einer kurzen Vorstellung des BioSmoke-Projektes. Anschließend gab Martin Bauch vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWOZ) im Rahmen eines Keynote-Vortrags einen spannenden, historischen Abriss wie im 15. Jahrhundert bereits über atmosphärische Phänomene berichtet wurde, die von Aerosolpartikeln wie Vulkanasche, Mineralstaub oder eben Rauch von Waldbränden hervorgerufen wurden. Darauf aufbauend entstand eine lebhafte Diskussion darüber, welche Aerosolpartikel nun für die „blaue Sonne über Neapel“ im 15. Jahrhundert verantwortlich gewesen sein könnten.
Anschließend begannen die weiteren wissenschaftlichen Präsentationen, zunächst von den finnischen Wissenschaftler*innen Tero Mielonen und Annele Vitanen, die ihre Arbeiten zu borealen Bränden vorstellten. Im Anschluss folgte nach einer Kaffeepause die erste Postersession, in der insbesondere die Doktorand*innen des LSC BioSmoke Gelegenheit hatten, den aktuellen Stand ihrer Arbeit vorzustellen und ihre Ergebnisse mit den externen Wissenschafler*innen zu diskutieren.


Der erste Tag endete schließlich mit einem abendlichen Besuch des Botanischen Gartens der Universität Leipzig. Prof. Christian Wirth, leitender Wissenschaftler innerhalb des LSC BioSmoke und gleichzeitig Direktor des Botanischen Gartens, stellte extra für unsere Veranstaltung eine interessante Tour durch den Botanischen Garten zusammen, bei der der Fokus auf die verschiedenen Schutz- und Überlebensstrategien von Pflanzen gelegt wurde, die regelmäßig Vegetationsbränden ausgesetzt sind.
Der zweite Tag des Smoky Days stand ganz im Fokus wissenschaftlicher Vorträge, die sowohl von Mitgliedern des LSC BioSmoke als auch von externen Forschern gehalten wurden. Die Vorträge am Vormittag umfassten verschiedene Arbeiten, die sich mit der Modellierung von feuerinduzierten Emissionen und deren Transport beschäftigten. Nach einer Kaffeepause folgten Präsentationen, die aus der Perspektive von Fernerkundungsbeobachtungen verschiedene Arbeiten zur Rolle von Rauch in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre vorstellten. Weitere Vorträge legten den Fokus auf die genaue Charakterisierung sowie dem atmosphärischen Transport von Rauchpartikeln, untersuchten die Alterung von Rauchaerosol und gaben Antworten über die Präsenz größerer Aerosolpartikel in Rauchfahnen von Waldbränden.
Nach einer weiteren Postersession, die intensiv zum Austausch zwischen den Mitgliedern des LSC BioSmoke und den externen Gästen genutzt wurde, standen am Nachmittag weitere Vorträge auf der Agenda. Den Abschluss bildete ein spannender Vortrag von Leda Kobziar von der University of Idaho, welche sich online aus den USA zugeschaltet hatte. Sie gab einen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich der Pyroaerobiologie und zeigte unter anderem auf, wie Bakterien und andere Mikroorganismen durch Vegetationsbrände in die Atmosphäre gelangen können, wo sie sich dann weiterverbreiten können. Der zweite Workshoptag endete schließlich mit einer kurzen Führung von Matthias Tesche, der verschiedene Messgeräte auf dem Dach des Instituts für Meteorologie vorgestellte. Ein Teil der Teilnehmer*innen ließ den Tag schließlich noch bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.


Der letzte Tag des „Smoky Day 2026“ begann mit weiteren Vorträgen, welche sich mit der Rolle von Rauchtransport und Aerosolprozessen in der Stratosphäre beschäftigten. Nach einer Kaffeepause stand eine offene Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden auf der Agenda, in deren Rahmen aktuelle Forschungsfragen, zukünftige Entwicklungen und mögliche Kooperationen diskutiert wurden. Ein zentraler Gegenstand des wissenschaftlichen Austauschs war die Frage nach der Definition von gealterten Rauchpartikeln, welche in den jeweiligen Forschungsbereichen von Labor bis Fernerkundung bisher sehr unterschiedlich ausgelegt werden.
Einig waren sich die Teilnehmenden am Ende des dreitägigen Workshops jedoch in der Aussage, dass der Workshop einen sehr wertvollen Beitrag darstellte um den wissenschaftlichen Austausch über atmosphärischen Rauch über verschiedene Forschungsdisziplinen zu stärken und den LSC BioSmoke stärker in der internationalen Forschungslandschaft zu verankern. Eine Fortsetzung des „Smoky Days“ ist daher bereits fest für den Herbst 2027 (30. September - 1. Oktober 2027) eingeplant.

Zweites Projekttreffen des LSC BioSmoke erfolgreich durchgeführt
Das zweite Projekttreffen des LSC BioSmoke fand am 10. und 11. November 2025 am TROPOS statt. Neben dem wissenschaftlichen Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen innerhalb des LSC, stellten auch andere Wissenschaftler ihre Arbeiten im Bereich der Rauch-, Feuer- und Biodiversitätsforschung vor. Dazu gehörten unter anderem Rico Fischer vom Julius-Kühn-Institut und Ana Bastos von der Universität Leipzig. Das zweitägige Meeting begann mit einem eingeladenen Vortrag von Sergey Khaykin vom französischen Laboratory for Atmospheres, Observations, and Space, der ebenfalls dem wissenschaftlichen Beirat des LSC angehört. In seinem Vortrag, der gleichzeitig auch als Kolloquiumsvortrag für das gesamte Institut geöffnet wurde, sprach er über die Auswirkungen der Waldbrandemissionen der letzten 21 Jahren auf die Stratosphäre. Der weitere Tagesablauf stand schließlich im Zeichen der Statusberichte aus den Arbeitsgruppen und weiteren Vorträgen, die jeweils von intensiven wissenschaftlichen Diskussionen begleitet wurden. Der erste Tag endete schließlich mit einer Führung durch das TROPOS, bei der unter anderem die Aerosol-Simulationskammer ACD-C der Abteilung Chemie der Atmosphäre sowie das MARTHA-Lidar der Fernerkundungsabteilung besichtigt werden konnten. Beide Einrichtungen spielen eine wichtige Rolle innerhalb des LSC BioSmoke und kommen zur Untersuchung atmosphärischen Rauchs unter Laborbedingungen bzw. in der freien Atmosphäre zur Anwendung.
Der zweite Tag des Projekttreffens setzte die Berichte aus den Arbeitspaketen in Form von wissenschaftlichen Vorträgen fort, wobei insbesondere erste Ergebnisse von der Messkampagne aus Spanien vorgestellt wurden, die ein essenzieller Bestandteil der Forschung des LSC ist. Der Tag endete schließlich mit einer offenen Diskussionsrunde über künftige BioSmoke-Aktivitäten sowie Treffen in kleineren Untergruppen, die sich mit spezifischen Themen wie der Organisation des „Smoky Day“ oder Aspekten der Öffentlichkeitsarbeit und Verbesserung der internen Kommunikation zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen befassten.



Erster Newsletter des LSC BioSmoke veröffentlicht
Im November 2025 konnte die erste Ausgabe des Newsletters des LSC BioSmoke veröffentlicht werden, welche ab jetzt regelmäßig ca. zweimal im Jahr über die Fortschritte des Projektes informieren soll. Die erste Ausgabe gibt unter anderem einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten des LSC BioSmoke wie zum Beispiel einen Bericht über die Messkampagne in Spanien, stellt ausgewählte BioSmoke-Publikationen näher vor und berichtet über weitere Aktivitäten des Campus. Der Newsletter ist leider nur in englisch verfügbar und kann auch hier (5,7 MB) heruntergeladen werden. Viele Beiträge können jedoch auch in den entsprechenden Rubriken auf der deutschen Version dieser Website nachgelesen werden.
Seminarreihe des LSC BioSmoke gestartet
Der LSC BioSmoke hat eine regelmäßige Seminarreihe ins Leben gerufen, die dazu beitragen soll das vorhandene Fachwissen innerhalb der einzelnen Forschungsdisziplinen des LSC und darüber hinaus zusammenzuführen. Ina Tegen, Sprecherin des LSC BioSmoke, hielt im Oktober 2025 den ersten Seminarvortrag am TROPOS und stellte dabei den LSC vor über 50 Anwesenden im Detail vor. Die ersten darauffolgenden Vorträge werden dabei größtenteils von den leitenden Wissenschaftler:innen des LSC gegeben, um die einzelnen Forschungsfelder detailiert vorstellen zu können. Das Ziel der besseren Vernetzung wird dadurch unterstützt, dass die Vorträge jeweils an den verschiedenen, am LSC BioSmoke beteiligten Institute gehalten werden. Langfristig sollen auch vermehrt internationale Experten auf dem Gebiet der Rauch- und Waldbrandforschung nach Leipzig eingeladen werden, um den gegenseitigen Austausch und die Zusammenarbeit weiter zu fördern und den LSC BioSmoke stärker in der Wissenschaftsgemeinschaft zu verankern.

BioSmoke beteiligt sich an Messkampagne während einer präventiven Brandrodung in Spanien
Im Oktober führte ein Team des LSC BioSmoke Messungen während einer kontrollierten Brandrodungskampagne in Spanien durch. Das Ziel der Messungen ist hierbei ein verbessertes Verständnis der unterschiedlichen Rauchemissionen von verschiedenen brennenden Vegetationstypen. Zudem soll untersucht werden, wie sich die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Rauchaerosolen während ihres atmosphärischen Transports verändern und wie sie mit Strahlung und Wolken wechselwirken und die Wolkenbildung beeinflussen können. Dazu wurde auch das bewährte TROPOS-Rucksacksystem eingesetzt, um die Feinstaub- und Rußkonzentrationen zu messen, die beim Verbrennen freigesetzt werden. Zusätzlich wurde eine Reihe von Messsensoren an den Bäumen innerhalb und um den Brandherd herum angebracht, mit denen Partikel- und Kohlenstoffdioxidkonzentrationen, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit sowie flüchtige organische Komponenten (volatile organic compounds, VOCs) und Stickstoffverbindungen (NOx) im Rauch aufgezeichnet werden konnten. Zudem wurden Filterproben für eine anschließende chemische und optische Auswertung im Labor gesammelt.
Die Kampagne fand in Zusammenarbeit mit Prof. Jorge de las Heras von der Universität Castilla-La Mancha, Campus Albacete, statt, der über umfangreiche Erfahrung mit kontrollierten Brandversuchen verfügt. Kontrollierte Brände werden in Spanien häufig eingesetzt, um die Brennstofflast zu reduzieren und damit große, unkontrollierte Waldbrände zu verhindern. Der Brandort unserer Kampagne liegt etwa 100 km südöstlich von Albacete. Für wissenschaftliche Untersuchungen bieten solche kontrollierten Brände eine geeignete Umgebung, um ohne Gefährung der Wissenschaftler:innen und ihrer Geräte die Eigenschaften von Rauchaerosolen zu untersuchen.
Im Rahmen dieser Kampagne wurde über zwei Tage hinweg eine Fläche von etwa 1 km × 50 m abgebrannt, wobei jeder Brand etwa vier Stunden andauerte. Das zum TROPOS gehörende Team des LSC BioSmoke konnte dabei wertvolle Datensätze und Filterproben sammeln. Vorläufige Auswertungen zeigen, dass die PM₁₀-Konzentrationen (Partikel mit einem Durchmesser von 10 µm) während des Feuers um etwa das 200-fache gegenüber des Hintergrundwertes anstiegen, während die Rußkonzentrationen sogar teilweise das 3000-fache des Hintergrundes erreichten.


Erfolgreiche Auftaktveranstaltung des LSC BioSmoke
Das erste persönliche Treffen aller Mitglieder des LSC BioSmoke fand am 13. und 14. Februar 2025 am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) statt. Im Rahmen des Treffens wurden zunächst alle im Rahmen von BioSmoke geplanten Arbeitspakete und die damit verbundenen wissenschaftlichen Aktivitäten vorgestellt. Neben den Mitgliedern des LSC nahmen auch weitere interessierte Wissenschaftler:innen am Workshop teil, insbesondere jene vom TROPOS. Insgesamt tauschten mehr als 30 Teilnehmende Wissen über ihre aktuellen Forschungsprojekte zu Rauch, Waldbränden und Biosphäre aus. Eröffnet wurde das Treffen nach einer allgemeinen Begrüßung mit einem Keynote-Vortrag von Prof. Sebastian Lentz vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). Er gab als Sprecher des 2017 gegründeten LSC „Osteuropa – Global Area” wertvolle Einblicke in die allgemeinen Ziele eines Leibniz WissenschaftsCampus, die auch für BioSmoke von Relevanz sind. Anschließend stellten alle Doktorand:innen, PostDos und die Projektverantwortlichen des einzelnen Arbeitspakete die ersten Schritte ihres jeweiligen Forschungsprogramms vor und erläuterten, was sie innerhalb der ersten, auf 4 Jahre ausgelegten Phase des LSC BioSmoke erreichen wollen. Auf jede dieser Präsentation folgte ein intensive wissenschaftlicher Austausch über mögliche Kooperationen innerhalb und außerhalb von BioSmoke. Der erste Tag endete schließlich mit einer Führung durch das benachbarte Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) und einem gemeinsamen Abendessen dort. Am zweiten Tag standen vermehrt strategischere Diskussionen auf der Tagesordnung, die unter anderem eine Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit und die Auswahl eines Logos für den LSC BioSmoke umfassten. Während der Leitungskreis des LSC tagte, trafen sich in der Zwischenzeit die Promovierenden und PostDocs von BioSmoke und wählten auf ihrer Mitte zwei Doktorandenvertreter.


BioSmoke-Präsenz auf wissenschaftlichen Konferenzen 2025
Mitglieder des LSC BioSmoke nahmen bereits im ersten Jahr des Bestehen des Campus an mehreren internationalen Konferenzen teil, darunter die Generalversammlung der EGU (28. April bis 2. Mai 2025) in Wien und an der Europäischen Aersolkonferenz EAC in Lecce (1. bis 5. September 2025).

Neuer Leibniz-WissenschaftsCampus erforscht Waldbrände und Klima
Wie beeinflussen Waldbrände die Atmosphäre und das Klima? Mit dieser Frage beschäftigt sich der neue Leibniz-WissenschaftsCampus „Rauch und Bioaerosole im Klimawandel“ (LSC BioSmoke), der im Oktober 2024 in Leipzig gestartet ist.
Unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) arbeiten Forschende der Universität Leipzig, des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) gemeinsam an einem besseren Verständnis der Auswirkungen von Waldbränden.
Im Mittelpunkt steht die Untersuchung von Rauch und Bioaerosolen, die bei Vegetationsbränden entstehen. Die Forschenden analysieren unter anderem deren Zusammensetzung, Ausbreitung und Veränderung in der Atmosphäre sowie deren Auswirkungen auf Wolken, Niederschlag, Luftqualität und Klima. Dafür werden Labor- und Feldexperimente mit boden- und luftgetragenen Messungen sowie Modellsimulationen kombiniert.
Angesichts zunehmender Dürreperioden und der damit steigenden Waldbrandgefahr gewinnt die Forschung des LSC BioSmoke zunehmend an Bedeutung. Der Leibniz-WissenschaftsCampus wird zunächst vier Jahre lang mit rund 900.000 Euro pro Jahr gefördert. Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Waldbränden, Atmosphäre und Klima besser zu verstehen und damit die Grundlage für verlässlichere Klimaprognosen zu schaffen.
Für ausführlichere Informationen: Pressemitteilung TROPOS März 2024