BioSmoke auf der EGU 2026
Mehrere Mitglieder und assoziierte Wissenschaftler des LSC BioSmoke nehmen an der diesjährigen Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) teil, die vom 3. bis 8. Mai 2026 in Wien stattfindet, und stellen dort ihre aktuellen Forschungsprojekte zu verschiedenen Aspekten der Rauchforschung vor.
Eine Zusammenfassung dieser Vorträge ist im ausgewählten Programm einsehbar.
Smoky Day 2026
Vom 30. März bis 1. April 2026 fand die erste Ausgabe des „Smoky Day“ statt - eine vom Leibniz ScienceCampus (LSC) ‚BioSmoke‘ organisierte Veranstaltung, in deren Rahmen das dritte Projektmeeting des LSC mit einem wissenschaftlichen Workshop kombiniert wurde, um den Austausch mit der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zu stimulieren. Während des dreitägigen, interdisziplinären Workshops kamen mehr als 50 Forschende zusammen, um diverse Aspekte atmosphärischen Rauchs sowie weiterer durch Feuer emittierter Aerosolpartikel zu diskutieren, welche von der Emission über den Transport bis hin zu Wechselwirkung mit Wolken reichten. Insgesamt umfasste das Teilnehmerfeld Wissenschaftler*innen aus 15 verschiedenen Instituten und 9 Ländern, welche ihre neuesten Ergebnisse im Zusammenhang mit Rauch aus Vegetationsbränden im Rahmen von Vorträgen und Posterpräsentationen vorstellten. Die Bandbreite der gezeigten Arbeiten reichte von Verbrennungsexperimenten im Labor über Feldstudien bis hin zu Modell- und Fernerkundungsarbeiten.
Der erste Workshoptag begann mit einer kurzen Vorstellung des Biosmoke-Projektes. Anschließend gab Martin Bauch vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europas (GWOZ) im Rahmen eines Keynote-Vortrags einen spannenden Einblick, wie im 15. Jahrhundert über atmosphärische Aerosolereignisse berichtet wurde. Darauf aufbauend wurde eine lebhafte Diskussion angestoßen, welche Aerosolpartikel für die „blaue Sonne über Neapel“ im 15. Jahrhundert verantwortlich gewesen sein könnten.
Anschließend begannen die weiteren wissenschaftlichen Präsentationen, zunächst von den finnischen Wissenschaftler*innen Tero Mielonen und Annele Vitanen, die ihre Arbeiten zu borealen Bränden vorstellten. Im Anschluss folgte nach einer Kaffeepause die Postersession, in der insbesondere die Doktorand*innen des LSC BioSmoke Gelegenheit hatten, den aktuellen Stand ihrer Arbeit vorzustellen und mit den externen Wissenschafler*innen ihre Ergebnisse zu diskutieren.


Der erste Tag endete schließlich mit einem abendlichen Besuch des Botanischen Gartens Leipzig. Prof. Christian Wirth, Mitglied des LSC ‚BioSmoke‘ und gleichzeitig Direktor des Botanischen Gartens der Universität Leipzig, stellte extra für unsere Veranstaltung eine interessante Tour durch den Botanischen Garten zusammen, bei der der Fokus auf die verschiedenen Schutz- und Überlebensstrategien von Pflanzen gelegt wurde, die regelmäßig Vegetationsbränden ausgesetzt sind.
Der zweite Tag stand ganz im Fokus wissenschaftlicher Vorträge, die sowohl von Mitgliedern des LSC ‚BioSmoke‘ als auch von externen Teilnehmern gehalten wurden. Die Vorträge am Vormittag umfassten verschiedene Arbeiten, die sich mit der Modellierung von feuerinduzierten Emissionen und deren Transport beschäftigten. Nach einer Kaffeepause folgten Präsentationen, die aus der Perspektive von Fernerkundungsmethoden verschiedene Arbeiten zur Rolle von Rauch in der Troposphäre und unteren Stratosphäre vorstellten. Weitere Vorträge legten den Fokus auf die genaue Charakterisierung sowie dem atmosphärischen Transport von Rauchpartikeln, untersuchten die Alterung von Rauchaerosol und gaben Antworten über die Präsenz grobdisperser Aerosolpartikel in Rauchfahnen.
Nach einer weiteren Postersession, die intensiv zum Austausch zwischen den Mitgliedern des LSC BioSmoke und den externen Gästen genutzt wurde, standen am Nachmittag weitere Vorträge auf der Agenda. Den Abschluss bildete ein spannender Vortrag von Leda Kobziar von der University of Idaho, welche sich online aus den USA zugeschaltet hatte. Sie gab einen Überblick über den Stand der Forschung im Bereich der Pyroaerobiologie und zeigte unter anderem auf, wie Bakterien und andere Mikroorganismen durch Vegetationsbrände in die Atmosphäre gelangen können, wo sie sich weiterverbreiten können. Der zweite Workshoptag endete schließlich mit einer kurzen Führung von Matthias Tesche, welcher verschiedene Messgeräte auf dem Dach des Instituts für Meteorologie vorgestellte. Ein Teil der Teilnehmer*innen ließ den Tag schließlich noch bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen.


Der letzte Tag des „Smoky Day“ begann mit weiteren Vorträgen, welche sich mit der Rolle von Rauchtransport und Aerosolprozessen in der Stratosphäre beschäftigten. Nach einer Kaffeepause stand eine offene Diskussionsrunde mit allen Teilnehmenden auf der Agenda, in deren Rahmen aktuelle Forschungsfragen, zukünftige Entwicklungen und mögliche Kooperationen diskutiert wurden. Ein zentraler Gegenstand des wissenschaftlichen Austauschs war die Frage nach der Definition von gealterten Rauchpartikeln, welche in den jeweiligen Forschungsbereichen von Labor bis Fernerkundung sehr unterschiedlich ausgelegt werden.
Einig waren sich die Teilnehmenden jedoch in der Aussage, dass der Workshop einen sehr wertvollen Beitrag darstellte um den wissenschaftlichen Austausch über atmosphärischen Rauch zu fördern sowie den LSC BioSmoke in der internationalen Forschungslandschaft zu verankern. Eine Fortsetzung des „Smoky Days“ ist daher bereits fest für den Herbst 2027 eingeplant.

Zweites Projekttreffen des LSC BioSmoke
Das zweite Projekttreffen des Leibniz-WissenschaftsCampus (LSC) BioSmoke fand vom 10. und 11. November 2025 am TROPOS statt. Neben dem wissenschaftlichen Austausch zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen innerhalb des LSC, stellten auch andere Wissenschaftler ihre Arbeiten im Bereich der Rauch-, Feuer- und Biodiversitätsforschung vor. Dazu gehörten unter anderem Rico Fischer vom Julius-Kühn-Institut und Ana Bastos von der Universität Leipzig. Das zweitägige Meeting begann mit einem eingeladenen Vortrag von Sergey Khaykin vom LATMOS, der ebenfalls Teil des wissenschaftlichen Beirats des LSC ist. In seinem Vortrag, der gleichzeitig auch als Kolloquiumsvortrag für das gesamte Institut geöffnet wurde, sprach er über die stratosphärischen Auswirkungen der Waldbränden der letzten 21 Jahren. Der weitere Tagesablauf stand schließlich im Zeichen der Statusberichte aus den Arbeitsgruppen und weiteren Vorträgen, jeweils begleitet von intensiven wissenschaftlichen Diskussionen. Der Tag endete mit einer Führung durch das TROPOS, bei der unter anderem die Aerosol-Simulationskammer der Abteilung Chemie der Atmosphäre sowie das MARTHA Lidar der Fernerkundung besichtigt werden konnten. Beide Einrichtungen spielen eine wichtige Rolle innerhalb des LSC BioSmoke und kommen zur Untersuchung atmosphärischen Rauchs unter Laborbedingungen sowie in der freien Atmosphäre zur Anwendung.
Der zweite Tag setzte die Berichten aus den Arbeitspaketen fort, wobei insbesondere erste Ergebnisse von der Messkampagne aus Spanien vorgestellt wurden. Der Tag endete schließlich mit einer offenen Diskussionsrunde über künftige BioSmoke-Aktivitäten sowie Breakout-Sessions, die sich mit spezifischen Themen wie der Organisation des „Smoky Day“ oder Aspekten der Öffentlichkeitsarbeit und internen Kommunikation zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen befassten.



Erster Newsletter des LSC BioSmoke veröffentlicht
Im November 2025 konnte die erste Ausgabe des Newsletters des LSC BioSmoke veröffentlicht werden, welche ab jetzt regelmäßig ca. zweimal im Jahr über die Fortschritte des Projektes berichten soll. Die erste Ausgabe gibt unter anderem einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten des LSC BioSmoke wie zum Beispiel einen Bericht über die Messkampagne in Spanien, stellt ausgewählte Publikationen näher vor sowie berichtet über weitere Aktivitäten des Campus. Der Bericht ist nur in englisch verfügbar und kann auch hier (5,7 MB) heruntergeladen werden. Viele Beiträge können jedoch auch in den entsprechenden Rubriken in deutsch auf der Website nachgelesen werden.
Seminarreihe des LSC „BioSmoke“ gestartet
Das LSC „BioSmoke“ hat eine regelmäßige Seminarreihe ins Leben gerufen, die das Fachwissen innerhalb des LSC und darüber hinaus zusammenführen soll. Die ersten Kolloquien werden größtenteils von Mitgliedern des LSC gehalten, die die verschiedenen beteiligten Institute besuchen, bevor auch internationale Experten auf diesem Gebiet nach Leipzig eingeladen werden sollen, um den Austausch und die Zusammenarbeit weiter zu fördern.

Messungen während präventiver Brandrodungskampagne in Spanien
Im Oktober führte ein Team des LSC 'BioSmoke' Messungen während einer kontrollierten Brandrodungskampagne in Spanien durch. Das Ziel hierbei ist ein verbessertes Verständnis der Rauchemissionen verschiedener Vegetationstypen und zu untersuchen, wie sich die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Rauchaerosolen während ihres atmosphärischen Transports verändern und wie sie ihre Strahlungs- und Wolkenbildungseigenschaften beeinflussen. Hierbei wurde das bewährte TROPOS-Rucksacksystem eingesetzt, um die physikalischen Eigenschaften von Rauchaerosolen zu messen. Zusätzlich wurde eine Reihe kostengünstiger Sensoren an Bäumen in und um das Verbrennungsgebiet angebracht, um PM-, CO₂- und Temperaturwerte, relative Luftfeuchtigkeit sowie VOC- und NOx-Indizes zu messen. Außerdem wurden Filterproben für nachfolgende chemische und optische Analysen gesammelt.
Diese Kampagne wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Jorge de las Heras von der Universität Castilla-La Mancha, Campus Albacete, durchgeführt, der über umfangreiche Erfahrung mit kontrollierten Brandversuchen verfügt. Kontrollierte Brände werden in Spanien häufig eingesetzt, um die Brennstofflast zu reduzieren und damit große Waldbrände zu verhindern. Der Brandort liegt etwa 100 km südöstlich von Albacete. Für wissenschaftliche Zwecke bietet kontrolliertes Abbrennen eine kontrollierte Umgebung, um die Eigenschaften von Rauchaerosolen zu untersuchen. Im Rahmen dieser Kampagne wurde über zwei Tage hinweg eine Fläche von etwa 1 km × 50 m abgebrannt, wobei jede Verbrennung etwa vier Stunden dauerte. Das TROPOS-Team konnte wertvolle Datensätze und Filterproben sammeln. Vorläufige Beobachtungen zeigen, dass die PM₁₀-Konzentrationen etwa das 200-fache des Hintergrundwertes erreichten, während die Rußkonzentrationen während der Verbrennung um das bis zu 3000-fache anstiegen. Dies war die erste kontrollierte Verbrennung im Rahmen des BioSmoke-Projekts und lieferte umfangreiche praktische Erfahrungen. Die nächste Kampagne ist für nächstes Jahr geplant.


Erfolgreiche Auftaktveranstaltung des LSC „BioSmoke“
Das erste Treffen aller Mitglieder des LSC 'BioSmoke' fand am 13. und 14. Februar 2025 am TROPOS statt. Alle Mitglieder stellten die im Rahmen der Arbeitspakete (WPs) geplanten Aktivitäten vor. Neben den Mitgliedern des LSC nahmen auch andere interessierte Kollegen, hauptsächlich von TROPOS, an dem Workshop teil, sodass mehr als 30 Teilnehmer Wissen über ihre aktuellen Forschungsprojekte zu Rauch, Waldbränden und Biosphäre austauschten. Das Treffen begann mit einem Keynote-Vortrag von Prof. Sebastian Lentz vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). Als Sprecher des 2017 gegründeten LSC „Osteuropa – Global Area” gab er wertvolle Einblicke in die allgemeinen Ziele eines LSC. Anschließend stellten alle WPs die ersten Schritte ihres Forschungsprogramms vor und erläuterten, was sie innerhalb der vierjährigen ersten Phase des LSC erreichen wollen. Auf jede Präsentation folgte eine intensive wissenschaftliche Diskussion über mögliche Kooperationen innerhalb und außerhalb des Biosmoke-Projekts. Der Tag endete mit einer Führung durch das DBFZ und einem gemeinsamen Abendessen dort. Am zweiten Tag standen strategischere Diskussionen über die Leitung des LSC auf der Tagesordnung, darunter auch eine Strategie für die Öffentlichkeitsarbeit. In der Zwischenzeit trafen sich die Doktoranden und PostDocs von BioSmoke und wählten zwei Doktorandenvertreter. Zu den weiteren Aktivitäten gehörte die Auswahl des Logos für unseren Campus.


Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen 2025
Mitglieder des LSC BioSmoke nahmen bereits im ersten Jahr des Bestehen des Campus an mehreren internationalen Konferenzen teil, darunter die Generalversammlung der EGU (28. April bis 2. Mai) und die Europe Aerosol Conference in Lecce (1. bis 5. September 2025).
